Schöne Adventszeit

Hornbörger Geschichten

Dat Leben op den scheeben Maschdamm ut de Sicht een echten Maschdammer Jung

Heinrich Hartmann, ein echter Marschdammer Jung, hat sich ein ordentliches Stück Arbeit gemacht und viele Döntjes aus den alten Zeiten aufgeschrieben. Hierbei beschreibt er die Häuser im Marschdamm und im Vordamm und die damit verbundenen Anekdoten. Wir bedanken uns bei Herrn Hartmann, dass wir die „Hornbörger Geschichten“ veröffentlichen dürfen. Und nun viel Spaß beim Lesen.

No de Meenung von de Heimatforscher sind de Maschdamm und de Vördamm de öltsten Stroten von Hornborg.

Ik bün up den Maschdamm geborn, und so wie sik dat geheuert, mit Lühwoter döfft worn. Dor hett min Vadder groden Wert op legt.

Uns Familie leev op den ünneren End von den Maschdamm, un wi harrn dor ne besündere Stellung. Min Vadder wör Unternehmer, he harr ne Baufirma mit een barg Lüd, de für em arbeiten deen, wiel de meisten anneren Bewohner lütje Handwerker oder Arbeiterfamilien wörn.

För mi wör de Maschdamm de beste Kinnerspeelplatz, denn man sik vörstellen kunn. In bald jedet Hus in de Noberschop leben Kinner, as mi dücht, meistens Jungs. Wiel in disse Familien blos Platt schnackt wör, bün ik tweesprokig opwussen. Bi uns tohus schnacken wie blot Hochdütsch, wiel min Mudder keen Platt kun.

To de Tied, glieks no den tweeten Weltkrieg, geevt dat noch keen Puschenkino, un ok noch keenen Komputer. Wi speelen buten, in Sommer anne un inne Lüh, in Winter rodeln wie von Wedderndiek, or wie leupen Striekschoh. Wenn dat Wedder ganz dull wör, denn harrn wi unsere Vasteeke. Jonny Bösch sien Wogenschur, bi Buer von Riegen op den Strohböben, bi uns op den Böben, or bi Heintzen in den Holtschuppen anne Lüh.
Veel speelen wi ok op de Strot: Kippelkappel, Driefball, Völkerball un ok Football. Autos geev dat jo kum, un de wörn so old un klapperich, dat wi jüm al von wieden heuern kunn.

Gern speelen wi ok anne Lüh or bi Sietwoter op de Sandbank inne Möhlenkuhl. Dor fungen wi denn lütje Butt un Glasool. De setten wi in sübsbaute Dieken, un wenn dat Hochwoter keem, wörn se wedder free.
Dat scheunste wör dat Schmieten mit Klubbermatsch. Wenn de Schlacht to end wör, möten wi, bevör dat no Hus güng, erst mol in‘t Woter, sonst harr uns keen een ut‘nanner holen kunnt.

För uns Kinner wör dat unse ganze Welt. Dat geev so veele interessante Lüd mit eeren ton deel unheemlichen Hüs, dat wi nirgens anners leben wulln. Von disse Hüs mit de Minschen, de dor in wohnen dän, will ik hier ‘n beeten wat vertellen.

Heinrich Hartmann

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