Stärker aufgestellt für Wasserrettung und Gefahrenabwehr

Bei unserer DLRG-Ortsgruppe Horneburg/Altes Land hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. Am 29. August konnten wir nach langer Planung gleich zwei neue Einsatzmittel offiziell in Dienst stellen: unseren neuen Einsatzleitwagen und das neue Motorrettungsboot „Föhr Wied“.

Rund 150 Gäste aus Hilfsorganisationen, Politik und Verwaltung sowie viele Förderer, Unterstützer und Mitglieder begleiteten diesen besonderen Tag im Gewerbepark Grünendeich. Die Altländer Blütenkönigin taufte unser neues Boot auf den traditionsreichen Namen „Föhr Wied“, Pfarrer Uwe Junge segnete Boot und Besatzungen.

Anschließend ging es gemeinsam mit Booten benachbarter DLRG-Ortsgruppen zur ersten Ausfahrt auf die Elbe.

Für Außenstehende wirkt eine solche Indienststellung vielleicht wie der Abschluss eines großen Projekts. Für uns ist sie vor allem der Beginn einer neuen Phase. Denn moderne Technik hilft im Einsatz nur dann, wenn unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte sie sicher beherrschen.
Gerade bei der neuen „Föhr Wied“ ist der technische Sprung groß. Zwei Motoren mit zusammen 600 PS, Geschwindigkeiten von bis zu 45 Knoten, ein geschlossener und beheizbarer Fahrerstand sowie die Möglichkeit, verletzte oder gerettete Personen geschützt auf einer Krankentrage zu transportieren, verbessern unsere Möglichkeiten deutlich. Hinzu kommen Radar, moderne Navigation, Sonar und eine 360-Grad-Kamera mit Wärmebildfunktion.

All das bedeutet für unsere Bootsführerinnen, Bootsführer und Bootsgasten aber auch: üben, üben und nochmals üben. Das neue Fahrverhalten muss kennengelernt, Manöver müssen trainiert und die technischen Systeme sicher beherrscht werden. Gerade bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder komplexen Einsatzlagen müssen die Handgriffe sitzen. Deshalb werden Ausbildungs- und Übungsfahrten auf der Elbe unsere Arbeit in den kommenden Monaten intensiv begleiten.

Ähnlich ist es mit unserem neuen Einsatzleitwagen. Er dient künftig als mobiles Arbeits- und Lagezentrum insbesondere für unsere Fernerkundung. Bilder unserer Drohnen können im Fahrzeug zusammengeführt, ausgewertet und für die Einsatzleitung aufbereitet werden. Das hilft nicht nur bei Einsätzen am Wasser, sondern beispielsweise auch bei Personensuchen, Hochwasserlagen oder größeren Vegetationsbränden.
Doch auch hier gilt: Technik allein löst keinen Einsatz. Drohnenflug, Bildauswertung, Funk und Einsatzführung müssen zusammenspielen. Unsere Einsatzkräfte werden deshalb auch am neuen ELW viele Stunden ausbilden und gemeinsame Abläufe trainieren.

Dass wir diese beiden Einsatzmittel heute nutzen können, ist das Ergebnis einer außergewöhnlich breiten Unterstützung. Insgesamt wurden rund 500.000 Euro in das neue Motorrettungsboot und den Einsatzleitwagen investiert. Rund 200.000 Euro stellte der Landkreis Stade zur Verfügung, weitere 90.000 Euro stammen aus Fördermitteln des Landes Niedersachsen. Darüber hinaus haben unter anderem die Samtgemeinde Lühe, die Gemeinde Jork, die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die Kreissparkasse Stade, die Sparkasse Stade-Altes Land und der Lions Club „Das Alte Land“ sowie zahlreiche weitere Förderer, Spender und Sponsoren zur Umsetzung der beiden Projekte beigetragen. Auch unsere Ortsgruppe selbst hat einen wesentlichen Anteil durch Eigenmittel sowie eingeworbene Zuschüsse des Bundes- und Landesverbandes der DLRG getragen. Die Finanzierung zeigt damit sehr deutlich, was durch das Zusammenspiel von öffentlicher Förderung, verbandlicher Unterstützung, Eigenleistung und privatem Engagement möglich ist. Für dieses Vertrauen in unsere ehrenamtliche Arbeit und die Unterstützung aus der gesamten Region sind wir sehr dankbar.

Während wir die neue Technik kennenlernen, läuft unser regulärer Einsatzdienst natürlich weiter. Die vergangenen Monate haben erneut gezeigt, wie vielseitig unsere Aufgaben sind.
Anfang Juli unterstützte unser Fernerkundungstrupp in Bliedersdorf eine nächtliche Personensuche mit der Drohne. Wenige Tage später wurden wir zur Unterstützung des Rettungsdienstes auf die Elbinsel Lühesand alarmiert. Glücklicherweise stellte sich der dortige Notruf als Fehlalarm heraus.
Im weiteren Verlauf des Julis waren unsere Bootsbesatzungen gleich mehrfach auf der Elbe gefragt. Mehrere Motorboote waren nach technischen Problemen manövrierunfähig geworden und mussten abgeschleppt werden.
Mitte August startete der Sonntagmorgen für unsere Einsatzkräfte sehr früh, um 5:42 Uhr klingelte der Melder. Ein Mann war mit einem Schlauchboot im Hauptfahrwasser der Elbe in Not geraten und machte mit einer Taschenlampe auf sich aufmerksam. Gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren zahlreiche Kräfte im Einsatz. Der Mann konnte gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden.

Die Einsätze der vergangenen Monate zeigen uns immer wieder, wie wichtig eine gute Ausbildung, verlässliche Abläufe und moderne Einsatztechnik sind. Mit unserem neuen Motorrettungsboot und dem neuen Einsatzleitwagen haben wir dafür zwei wichtige Bausteine hinzugewonnen, die unsere Möglichkeiten in der Wasserrettung, bei Personensuchen und in der Gefahrenabwehr deutlich erweitern. Gleichzeitig wissen wir, dass solche Beschaffungen für eine ehrenamtlich getragene Ortsgruppe keine Selbstverständlichkeit sind. Umso mehr möchten wir allen danken, die mit Fördermitteln, Spenden, Unterstützung und persönlichem Engagement dazu beigetragen haben, diese beiden Projekte Wirklichkeit werden zu lassen.

Herzlichen Dank!
Ihre DLRG Ortsgruppe Horneburg / Altes Land e.V.

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