Dollern: Reetdach-Haus-Ensemble von 1793 brennt in voller Ausdehnung



Am 05.03.2025, um 00:24 Uhr ging ein Notruf in der Feuerwehr-Leitstelle ein.
Ein Reetdach-Haus brennt.
Schon auf der Anfahrt konnte man in der Ferne einen hell erleuchteten roten Nachthimmel sehen.
Am Einsatzort stellte sich heraus, dass ein Reetdach-Haus in voller Ausdehnung brannte.
Das Feuer griff schnell auf ein mit dieser Scheune verbundenes Reetdach-Haus über und brannte ebenfalls in voller Ausdehnung. Eines der mit Reet gedeckten Häuser ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt, bei den zweiten Haus standen nur noch die Außenmauern. Keines der beiden unter Denkmalschutz stehenden Gebäude konnte gerettet werden. Ein weiteres hartgedecktes Wohnhaus fing ebenfalls Feuer und wurde stark beschädigt. Alle Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen und wurden nicht verletzt.
Die Dächer der umliegenden, ebenfalls reetgedeckten und unter Denkmalschutz stehenden Häuser mussten vorsorglich mit Wasserwerfern vor Entzündung durch den erheblichen Funkenflug geschützt werden.
Löschwasser musste von überall hergeholt werden. Viele 100 Meter Schlauch wurden verlegt, diverse Tanklöschfahrzeuge waren im Einsatz, ein mobiles Wasserreservoir wurde aufgebaut.
Dutzende Feuerwehrleute unter Atemschutz waren bei den Löscharbeiten an „vorderster Front“.
Die Hitze war zum Teil so groß, dass einige Feuerwehrleute zurückweichen mussten und die Löscharbeiten aus größerer Entfernung fortgesetzt haben. Die beiden Drehleitern der Züge Stade 1 und Stade 2 löschten von oben. Mit einer Wärmebilddrohne wurde mehrfach nach Glutnestern gesucht.
Insgesamt waren mehr als 200 Kamerad:innen der Ortswehren aus dem gesamten Landkreis sowie der Kreisfeuerwehr im Einsatz. Ein Feuerwehrmann erlitt eine leichte Brandverletzung und wurde im Krankenhaus ambulant behandelt.
Vorübergehend musste der Strom in einem Teil Dollerns abgeschaltet werden. Erst als der Energieversorger das Haus vom Stromnetz abgetrennt hatte, konnte die Stromversorgung für die anderen Haushalte wiederhergestellt werden.
Die Straßen rund um den Brandort wurden gesperrt. Über einen längeren Zeitraum musste auch die B73 gesperrt werden, da ein Teil der Wasserversorgung aus dem Gewerbegebiet auf der anderen Seite der Bundesstraße eingerichtet werden musste.
Die Ursache des Brandes konnte bisher nicht geklärt werden, die Tatortgruppe der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Um 08:30 Uhr konnten die meisten Kamerad:innen wieder in ihre Gerätehäuser einrücken und ihre Ausrüstung reinigen und die Einsatzbereitschaft wieder her zu stellen.