Hausnummer 187
Ein massives Haus mit einem dahinter angebauten Stall direkt an der Scheune.
Auf dem Bild sind Martin („Matten“) Klintwort, seine Frau, sein Sohn Herbert und Werner Stäter von gegenüber zu sehen.
Sein Sohn Herbert ist ebenfalls im Krieg gefallen. Matten war Schuster, und wir Jungen saßen gern bei ihm in der Werkstatt. Er gab uns ein Stück Leder, und wir konnten darin Löcher machen und kleine Nägel hindurchschlagen.
Kalli Marczian und mir hatte er gesagt, wenn wir eine Pfeife hätten, könnten wir von ihm Tabak bekommen und in seiner Werkstatt rauchen. Junge, das war etwas für uns! Kalli besorgte sich von seinem Vater eine Pfeife, und dann gingen wir zu Schuster Matten. Er hatte auf der Putzmaschine zwei Dosen mit Tabak stehen. In der einen war Pfeifentabak, und in der anderen hatte er seine Zigarrenstummel kleingeschnitten. Wenn er Pfeife rauchen wollte, mischte er beide Sorten – das sparte gewaltig Tabak. Uns gab er von den gehackten Zigarrenstummeln und meinte auch noch, dass diese etwas milder seien. Feuer bekamen wir ebenfalls von ihm.
Wir beide haben ein paarmal kräftig an der Pfeife gezogen, und ich weiß noch, dass uns danach furchtbar schlecht war und uns der Mund wie Feuer brannte. Danach hatten wir erst einmal keine Lust mehr auf die Raucherei.