Hausnummer 175
Massives Haus, ziemlich schmal, mit einem Schaufenster an der Vorderseite.
Besitzer war der Ofensetzermeister Willi Stöter, ein Verwandter von Heinrich Stöter. Seine Frau hieß Marie („Märie“). Wenn ich mich richtig erinnere, lebten dort zwei Söhne. Der eine ist im Krieg gefallen. Der andere trank nach dem Krieg, als er wieder zu Hause war, Methylalkohol und starb daran.
Im Obergeschoss wohnte Christian („Chrischan“) Mink mit seiner Frau Marta und ihren vier Kindern. Chrischan arbeitete auch in unserer Firma als Vorarbeiter. Er hatte immer einen Streich im Sinn, und man musste gut aufpassen, dass man von ihm nicht hereingelegt wurde.
Die beiden ältesten Kinder, Reinhold und Christa, waren schon etwas älter. Rudl war vier Jahre älter als ich, aber er war einer unserer Anführer. Von ihm lernten wir, wie man sich auf dem Maschdamm und gegen die Jungen aus den anderen, verfeindeten Straßen in Hornburg durchsetzen konnte.
Die Jüngste war Karla. Weil sie ein Mädchen war, war sie für uns damals noch nicht so interessant – noch nicht.