Was sich in den Gewässern des AV-Horneburg tummelt

Da die Corona-Lage viele unserer Aktivitäten ausgebremst hat und es aktuell nicht so viel aus unserem Vereinsleben zu berichten gibt, möchten wir dem geneigten Leser einmal unsere Fische vorstellen.

Nindorfer Teiche, Gewässer des AV Horneburg
Nindorfer Teiche, Gewässer des AV Horneburg

In unseren stehenden und fließenden Gewässer sind 33 Fischarten heimisch. Einige dieser Arten sind auch für Nichtangler, von den Brücken über die Aue und der Lühe, gelegentlich sichtbar. Oftmals werden wir gefragt, was das denn für Fische sind, die unter den Brücken durchziehen. Meist handelt es sich um Brassen auch Brachse oder Blei genannt. Den lateinischen Namen spare ich mir mal, da er irre lang und auch für den geübten Lateiner ein Zungenbrecher ist. Zusätzlich kann man auch Rotaugen- und Alandschwärme ziehen sehen. Neben anderen Weißfischen bilden diese Arten die Nahrungsgrundlage für viele Raubfische. Wie ältere Horneburger berichten, waren Rotaugen und Brassen in den ersten Nachkriegsjahren auch häufig eine echte Nahrungsergänzung für südlich der Elbe wohnende Hamburger und Harburger. Da die dort vorhandenen Gewässer durch Kriegseinwirkungen und Industrieabwässer schwer geschädigt waren, kamen sehr viele der o.g. Einwohner morgens am Wochenende mit dem Zug nach Horneburg und angelten in der Aue und Lühe sowie vor allem in den angrenzenden Fleeten, Gräben, Teichen und fuhren abends mit ihrer Beute zurück nach Hause. Angelerlaubnisscheine waren damals, anders als heute, unbekannt.

Zurück zu unseren Fischarten. Von den o.g. 33 Arten haben rund zehn Arten keine anglerische Bedeutung, da sie z. T. zu klein und/oder geschützt sind. Beispielhaft seien hier nur Kaulbarsch, Laube, Gründling, Bitterling und Moderlieschen genannt. Allerdings sind sie Bestandteil der Nahrungspyramide, an deren Spitze solche Fische wie Wels, Hecht ,Zander, Barsch und Forellenarten (Salmoniden), aber auch Aale, Quappen und Rapfen stehen. Alle diese Arten kommen in unseren Gewässern vor. Neben diesen Prädatoren gibt es natürlich auch eine Vielzahl von sogenannten Friedfischen, die gerne geangelt werden und den Speisezettel bereichern können. Diverse Karpfenarten (Schuppen-, Spiegel-, Gras- und Lederkarpfen), Schleie, Störe (russischer Stör), Karauschen, Giebel und verschiedene Weißfischarten bevölkern unsere Gewässer. Ganz oben auf der anglerischen Wunschliste steht oft die Meerforelle, die in der Aue und Lühe vorkommt, aber nicht einfach zu überlisten ist. Dort tauchen auch immer mal wieder Lachse auf.

Dieser hervorragende Fischbestand kommt aber nicht von selbst. Jahrelange kostspielige Hege, Renaturierungs- und Besatzmaßnahmen haben dies ermöglicht. Auch genießen unsere Fische deutlich längere Schonzeiten als dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Fangbegrenzungen und Mindestmaße, ergänzen diesen hegerischen Schutz. Wir verstehen uns in erster Linie als Fischschützer. Natürlich fangen und essen wir Fische, aber das möchten wir auch noch in vielen Jahren tun und beuten daher unsere Gewässer nicht aus. Dies hilft auch vielen Tieren, die auf saubere und nahrungsreiche Gewässer angewiesen sind und sich an und auf unseren Gewässern „sauwohl“ fühlen.

Joachim Latza,
Vorsitzender AV-Petri Heil Horneburg

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