Zwischen Zoom-Meetings und Bastelkleber

In den letzten Monaten standen die Mitarbeiter des HoKis wieder vor großen Herausforderungen. Ende letzten Jahres machte sich der Schrecken Corona auch bei uns in der Kita breit und wir mussten zunächst eine Gruppe und nach einer Woche das gesamte Haus schließen. Nach Klärung mit dem Gesundheitsamt konnte nach zwei Tagen in zwei Gruppen wieder eingeschränkter Betrieb stattfinden.

Auf neuen Wegen

Im neuen Jahr waren alle gesund zurück. Es galt zu überlegen, wie die nächsten Wochen und Monate in der Notbetreuung Szenario C für alle Kinder im Kindergarten und zuhause adäquat gestaltet werden können.

Im Fokus dabei stand die Überlegung, wie der Kontakt zu den Kindern zuhause bestehen bleiben kann und wie die Mitarbeiter die Familien bei Homeoffice und Homeschooling bestmöglich unterstützen können. Durch die Erfahrungen aus dem letzten Lockdown haben die Mitarbeiter beschlossen, Videochats via Zoom anzubieten. Bei Telefonaten mit den Kindern gab es vermehrt die Problematik, dass die Kinder etwas zeigen wollten, wir sie aber nicht sehen konnten, oder es gar zu abstrakt war, sich vorzustellen, dass der Erzieher am Apparat ist. Gerade im Krippenbereich hörte man vom anderen Ende oft nur „Hallo? Hallo! Da!“ oder ein „Die können das nicht sehen, du musst das schon sagen.“

Für alle Mitarbeiter war der Schritt hin zu Zoom und allem, was mit so einem Zoom-Meeting verbunden ist, völliges Neuland. Sie mussten sich in die Technik von Videokonferenzen hineinfuchsen. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Die Zoom-Meetings kamen bei vielen Familien gut an und wurden jede Woche wieder wahrgenommen. Die Kinder in der Notbetreuung konnten mit ihren Freunden zuhause sprechen, es wurden gemeinsam Bilderbücher gelesen oder stolz das eigene Kinderzimmer präsentiert. An den strahlenden Kinderaugen war gut zu erkennen, wie gut es tat, die Freunde und Erzieher über Zoom wieder zu sehen. Als das Wetter wieder besser wurde, waren auch die altbewährten Zaungespräche eine gute Alternative. Sich persönlich zu sehen und durch den Zaun kurz zu plauschen oder auch ein bisschen Quatsch zu machen tut gut, um die Bindung zu Bezugserziehern und Kindern der eigenen Gruppe aufrecht zu erhalten.
Neben den Zoom-Meetings, Zaungesprächen oder den herkömmlichen Telefonaten haben sich die Mitarbeiter auch jede Woche neue Beschäftigungsangebote für zuhause überlegt. Die Krippen- und Elementargruppen haben jeweils wöchentlich eine Mail bekommen voll mit spannenden Bastel-ideen, Experimenten, Liedern und Spielideen. Manchmal gab es aber auch Rezepte zum Kochen und Backen. Gerade die Familien, denen so langsam die Ideen ausgingen und deren Kindern ihre Freunde sehr fehlten, waren dankbar für den wöchentlichen Input. Ab und an gab es auch eine Basteltüte zum Abholen. In der Tüte war bereits alles fertig zusammengestellt, Materialien und Bastelanleitung, sodass man zuhause direkt loslegen konnte. Einige Basteleien haben es auch in die Kita zurück geschafft, sodass die Mitarbeiter sie im Fenster ausstellen oder den Waschraum dekorieren konnten. Das Abholen und Bringen der Bastelsachen war eine gute Gelegenheit sich noch einmal persönlich mit den Familien an der Haustür zu unterhalten.

Als Pendant zur Regenbogenrallye vom letzten Lockdown gab es dieses Mal eine Rallye im Wald. Trotz des Schnees oder vielleicht auch gerade deswegen, sind viele Familien losgezogen und haben sich an den einzelnen Stationen im Rüstjer Forst ausprobiert. „Das war richtig klasse!“, hatten viele Familien zu berichten und so gab es einen Grund, sich an der frischen Luft zu bewegen.

Notbetreuung aus Sicht der Kinder

Für die Kinder in der Notbetreuung ist diese ungewöhnliche Zeit ein zweischneidiges Schwert. Einerseits genießen sie es, den Gruppenraum und die Betreuer fast für sich allein zu haben. Auf der anderen Seite fehlen die Freunde und der „normale“ Alltag.

Ein Junge aus der Hasengruppe berichtet, die Notbetreuung ist eigentlich gut, aber „Viele Kinder sind zuhause. Ich darf nicht in eine andere Gruppe. Wir dürfen draußen nicht auf eine Seite gehen, wo schon andere Kinder sind. (…)“. Sein Kumpel ergänzt: „Ich bin als erster hier, dann ist L. noch nicht da. (…) Wir dürfen auch nicht singen.“ Allgemein scheint es die Kinder zu stören, dass sie die Funktionsräume gar nicht bis kaum mehr nutzen können und das viele alltägliche Angebote weggefallen sind. Ein Junge aus der Mäusegruppe hat beispielsweise Beschwerde im Büro eingelegt, weil er gerne wieder spazieren gehen möchte. Glücklicherweise sprach nichts dagegen, eine kleine Runde außerhalb des Ortes zu drehen und sich die Baustellen im Neubaugebiet anzusehen.

Die Schnelltests sind da!

Die Mitarbeiter haben seit Mitte Februar die Möglichkeit, wöchentlich einen Schnelltest durchzuführen. Die Schnelltests werden von der Kommune finanziert. Dies gibt zumindest für den Moment ein Gefühl von Sicherheit und es wird vermieden, unwissentlich das Coronavirus weiter zu verbreiten. Ab Mitte März übernehmen die Malteser die Testung bei allen Kitas im Ort. Wir sind sehr dankbar für dieses Angebot.

Oh wie schön, alle Kinder dürfen wieder kommen.

Ab Montag, 08.03.2021 dürfen endlich alle Kinder wieder in den HoKi zurückkehren. Obwohl es nur zwei Monate Notbetreuung waren, war es für viele Kinder eine viel längere Zeit, da viele ab Anfang Dezember entweder in Quarantäne oder aufgrund des Landesregierungsappell zu Hause geblieben waren. Wir freuen uns sehr darauf!

Impfen – jetzt ganz schnell.

Die ersten Impftermine sind gebucht. Am Samstag, 13.03.2021 ging es für die ersten pädagogischen Mitarbeiter im Impfzentrum Stade los.

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